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Unternehmensdarlehen ‚Äď Besicherung durch Negativklausel

Die BaFin hat ihre Hinweise[1] zur Anlage in Unternehmensdarlehen[2] aktualisiert und angepasst. Neben der Bonit√§tspr√ľfung an Hand des GDV-‚ÄěKreditleitfadens‚Äú oder auf der Grundlage von Langfristratings anerkannter Agenturen bildet weiterhin die Beurteilung der Besicherung der Darlehen Schwerpunkt der Kreditpr√ľfung.

Erfahrungsgem√§√ü stehen erstrangige Grundpfandrechte oder verpf√§ndete bzw. zur Sicherung √ľbertragene Forderungen/Wertpapiere f√ľr eine Besicherung nicht zur Verf√ľgung.

Daher muss alternativ bei der Bewertung der Unternehmenskennzahlen der besondere Status des Darlehensnehmers[3] erkennbar sein. Dieser wird insbesondere durch folgende Merkmale dokumentiert:

a)    erhöhte Anforderungen bei den Kennzahlen zur Kapitalstruktur

-¬†¬†¬†¬† Risk Bearing Capital (27% gegen√ľber 20% bei besicherten Darlehen) und

-¬†¬†¬†¬† Total Debt/Capital (h√∂chstens 50% gegen√ľber bis zu 60% bei besicherten Darlehen),

b)    Ausschluss von Kompensationsmöglichkeiten zwischen den Kernkennzahlen und

c)¬†¬†¬† vertragliche Vereinbarung √ľber

-      Einhaltung der Finanzrelationen während der gesamten Darlehenslaufzeit sowie

-¬†¬†¬†¬†¬† M√∂glichkeit einer au√üerordentlichen K√ľndigung im Falle der Kennzahlenverletzung

Die BaFin definiert ‚Äěerste Adressen‚Äú

1.    als besonders bonitätsstarke Unternehmen, die
(Indizien hierf√ľr sind die Unternehmenskennzahlen, die eine besonders gute Bonit√§t erkennen lassen bzw. Langfristrating von mindestens A-/A3)

2.    eine herausragende Stellung in ihrer Branche haben.

Schon vor Darlehensvergabe ist dies entsprechend einzuschätzen und zu dokumentieren.

Zus√§tzlich wird von Darlehensnehmern, die nicht kapitalmarktorientiert sind (d.h. keine notierten Schuldverschreibungen am Kapitalmarkt emittiert haben), weiterhin eine uneingeschr√§nkte Negativklausel gefordert. Dabei muss sich die Zusage des Darlehensnehmers, keinen anderen Gl√§ubigern bessere Rechte oder Sicherheiten einzur√§umen als dem Darlehensgeber, auf alle Verbindlichkeiten beziehen und darf nicht auf ‚ÄěKapitalmarktverbindlichkeiten‚Äú oder ‚ÄěFinanzverbindlichkeiten‚Äú beschr√§nkt werden[4].

In F√§llen, in denen die Anforderungen nicht vollst√§ndig erf√ľllt sind, ist eine ‚ÄěBeimischung‚Äú solcher Anlagen bei Vorliegen ausreichender Risikotragf√§higkeit gleichwohl zul√§ssig.

Bis zu 5% des gebundenen Verm√∂gens k√∂nnen demzufolge in Schuldscheindarlehen angelegt werden, die die Anforderungen einer Besicherung durch eine Negativklausel nicht vollumf√§nglich erf√ľllen. Die Schuldner m√ľssen dann aber mindestens ein Investment Grade Rating (z.B. BBB-/Baa3) des Darlehensnehmers auf Basis der Bonit√§tspr√ľfung aufweisen.

Insofern ist diese 5% Darlehensquote Рanders als die High Yield-Quote Рnicht zusätzlich der Risikokapitalanlagenquote zu unterwerfen.

 



[1] veröffentlicht am 10.06.2013

[2] Rundschreiben 4/2011 (VA) Abschnitt B.4.3 Buchstabe d

[3] vgl. § 2 Abs. 1 Nr. 4 Buchstabe a Doppelbuchstabe cc AnlV

[4] vgl. R 4/2011 (VA) Abschnitt B.4.3 Buchstabe d)

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